Opre Roma Film Festival

Seit dem 11. Jahrhundert, als unsere Reise aus Indien ihren Anfang nahm, sind wir noch immer auf der Suche nach einem Platz, wo uns die Menschen annehmen und respektieren. Schon im 15. Jahrhundert gab es die ersten Aufzeichnungen über Roma in Europa. Bereits damals gab es Deportationen und Demütigungen aller Art. Morde an Roma blieben ungestraft und sie wurden als Menschen einer „niederen Rasse“ gesehen. Jetzt, nach sechs Jahrhunderten, gibt es noch immer zahlreiche ähnliche Fälle von Morden in Ungarn, Übergriffen, Abschiebungen aus Italien, Frankreich und Deutschland, Anti-Roma-Märsche in Tschechien oder Bulgarien. Auch heute noch blickt die Mehrheitsgesellschaft – wie vor 600 Jahren – auf Roma verächtlich, hasserfüllt, vorurteilsbehaftet und manchmal voll geheucheltem Mitleid.

Von 2005 bis 2015 haben sich die Premierminister der meisten europäischen Länder verpflichtet, im Zuge der Roma-Dekade deren Lebensbedingungen zu verbessern und zu versuchen, die Kluft zwischen Roma und Nicht-Roma zu überwinden. Trotz der guten Vorsätze hat sich die Situation bis heute durch das Anwachsen von Nationalismen in den europäischen Ländern verschlechtert. Es gibt aber auch eine Welle von jungen emanzipierten Roma, die für ihre Rechte kämpfen, ihre eigenen Filme machen und ihre eigenen Geschichten erzählen.

Das Opre Roma Film Festival wird Sie durch diese Dekade führen, und die Ereignisse dieser Zeit, aus unterschiedlichen Standpunkten und subjektiven Perspektiven zeigen. Das Festival hat das Ziel, dem Publikum die Menschen näherzubringen, den Blick für soziale Un-Rechtsverhältnisse zu schärfen und- sensibilisieren.

Denn Roma bedeutet: Menschen.

Saša Barbul

2015